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Akute Krisenintervention, Angst- & Traumafolgestörungen

Bei der Station D2 handelt es sich um eine offene, gemischt-geschlechtlich geführte Station mit 17 Betten. Behandelt werden vor allem Menschen in akuten Krisen und mit Traumafolgestörungen (z.B. posttraumatische Belastungsstörungen), affektiven Störungen, Angst- und Zwangserkrankungen, somatoformen Störungen und Persönlichkeitsentwicklungsstörungen.

Psychotherapeutische Hauptmethode ist die Verhaltens- und kognitive Therapie. Psychodynamisch orientierte Verfahren kommen ebenfalls zur Anwendung. Neben der Psychotherapie erfolgt in vielen Fällen eine psychopharmakologische Behandlung.

Neben den täglichen ärztlichen Visiten und pflegerischen Kontakten finden wöchentlich psychotherapeutische Gespräche statt. In den Einzeltherapien erstellen wir nach einer ausführlichen Diagnostik und der Erarbeitung eines gemeinsamen Krankheitsverständnisses für jeden Patienten einen individuellen Therapieplan, der sich nach seinen persönlichen Beschwerden richtet. In den Gesprächen findet eine ausführliche Krankheitsaufklärung statt, wobei häufig die Familienangehörigen einbezogen werden.

In einem ersten Therapieschritt werden die verschiedenen Symptome hierarchisiert und es wird eine Verhaltens- und Bedingungsanalyse durchgeführt. Krankheitsauslösende sowie aufrechterhaltende Faktoren werden mit dem Patienten transparent besprochen. Häufig ist ein erster Schritt in der Behandlung, die akute Krise zu entaktualisieren.

In einem individuellen Behandlungskonzept arbeiten wir im Schwerpunkt multimodal verhaltenstherapeutisch mit dem Ansatz der Selbsmanagement-Therapie nach Kanfer. Auf der Symptomebene kann bei Angststörungen z.B. eine graduierte Konfrontation mit Reaktionsverhinderung stattfinden. Dabei wird nach der Hierarchisierung der einzelnen Ängste ein Expositionstraining durchgeführt.

Jeder Patient hat einen konkreten Ansprechpartner im Pflegeteam, der bei alltagspraktischen Übungen sowie täglichen Entscheidungen Unterstützung bietet.

Im weiteren Therapieverlauf geht das Expositionstraining zunehmend in selbstständige Übungen über, welche von den Patienten zunehmend alleine durchgeführt werden.

Für die Behandlung von Traumafolgestörungen, wie z.B. der Posttraumatischen Belastungsstörung, haben wir die Möglichkeit, in den Einzeltherapien folgende Schwerpunkte zu setzen: Stabilisierungsverfahren mit verschiedenen Techniken (Reddemann/ Huber), Skills/ Fertigkeitentraining (nach Linehan), Antidissioziative Techniken, Expositionstraining (nach Foa), Imagery Rescripting, ein imaginativ-kognitives Therapieverfahren (nach Smucker), Alptraumexposition, Kognitive Therapie der Posttraumatischen Belastungsstörung (nach Ehlers). In Einzelfällen bieten wir auch "Eye Movement Desensitization and Reprocessing" (EMDR) an.

Parallel dazu werden krankheitsaufrechterhaltende Faktoren in Einzel-, Paar- bzw. Gruppentherapien bearbeitet. Durch Gruppenaktivitäten auf Station und außerhalb der Station, wie dem gemeinsamen Sonntagsfrühstück, können die in der Therapie erlernten Fähigkeiten direkt umgesetzt und vorbereitet bzw. nachbesprochen werden.

Im zweiten Teil der Therapie werden Außenaktivitäten auch mit der Unterstützung von Sozialarbeitern gefördert. Dazu zählen z.B. Berufsfindung oder Belastungserprobungen bzw. Wiedereinstieg in den alten Beruf.

Ein multiprofessionelles Team ist für die Planung und Durchführung der Diagnostik und Therapie zuständig. Es besteht aus:

  • Oberarzt/-ärztin
  • Stationsarzt/-ärztin  
  • Psychologe/in
  • Pflegedienst
  • Ergo-, Kunst-, Physiotherapeuten/innen
  • Sozialdienst

Ergänzt werden die o.g. Therapien durch:

  • Ergotherapie
  • Physiotherapie
  • Kunsttherapie
  • Arbeitstherapie (Büro, Holz, Papier)
  • Angehörigengruppen
  • computergestütztes kognitives Training
  • Sozialarbeit
Kontakt
MediClin Klinik an der Lindenhöhe
PD Dr. med. Ulrich Frommberger
Chefarzt Erwachsenenpsychiatrie
Tel: 0781/ 9192-201
Fax: 0781/ 9192-231
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