Logo MediClin AG
Umsetzung eines professionellen Deeskalationsmanagements in der Klinik

Im Gesundheitswesen, insbesondere in Heimen und Kliniken, sind Gewalt und Aggression fester Bestandteil der Erlebniswelt von Patienten, Bewohnern, Angehörigen und Mitarbeitern.

Ängste und der Autonomieverlust, der zwangsläufig mit der Aufnahme in eine Klinik oder Betreuungseinrichtung verbunden ist, sind neben vielen weiteren Gründen Ursachen für aggressives Verhalten bei Patienten und Bewohnern. Dem gegenüber stehen Mitarbeiter, die durch zahlreiche Stressfaktoren belastet sind und somit oftmals Frühwarnsymptome gar nicht oder zu spät erkennen. In den letzten Jahren hat das Thema "Deeskalationsmanagement", das sich mit dem Umgang mit Gewalt und Aggression beschäftigt, deshalb zunehmend an Bedeutung gewonnen.

Aus diesem Grund entschloss sich die Klinikleitung der MediClin Klinik an der Lindenhöhe bereits im Jahr 2006 zwei Mitarbeiter aus dem Pflege- und Erziehungsdienst zum Deeskalationstrainer beim Institut "ProDeMa" ausbilden zu lassen.

Aufbauend auf einer in der MediClin Klinik an der Lindenhöhe durchgeführten Gefährdungsanalyse wurde durch die Deeskalationstrainer in Kooperation mit dem Pflege- und Erziehungsdienst ein auf die Klinik ausgelegtes Deeskalationskonzept entwickelt.

Das Deeskalationskonzept umfasst drei wesentliche Ziele:

  • Die professionelle Behandlung der Patienten soll, insbesondere in extremen Situationen (z.B. bei Eigen- oder Fremdgefährdung),  gewährleistet werden und das Verletzungsrisiko dieser Patienten gemindert.

  • Die Schulung der Mitarbeiter im Umgang mit krankheitsbedingter Aggression und Gewaltbereitschaft von Patienten reduziert das Verletzungsrisiko der Mitarbeiter. Dieses Ziel trägt der Fürsorgepflicht des Arbeitgebers Rechnung, führt zu verminderter Stressbelastung und fördert die Arbeitszufriedenheit.

  • Es soll die Entstehung von Gewalt verhindern durch ein reizarmes Stationsklima und größtmögliche Selbstbestimmung der Patienten.

Seit Februar 2007 finden in der MediClin Klinik an der Lindenhöhe regelmäßig Schulungen für alle Mitarbeiter statt. Das Schulungsprogramm ist auf das Tätigkeitsfeld der jeweiligen Mitarbeiter zugeschnitten.

Das Schulungskonzept orientiert sich eng an den Inhalten des Instituts "ProDeMa". Dort wird das gesamte Deeskalationsmanagement in sechs so genannte Deeskalationsstufen unterteilt:

Deeskalationsstufe I : Verhinderung der Entstehung von Gewalt

Deeskalationsstufe II: Veränderung der Sichtweisen und Interpretationen aggressiver Verhaltensweisen

Deeskalationsstufe III: Verständnis der Ursachen und Beweggründe aggressiver Verhaltensweisen

Deeskalationsstufe IV: Kommunikative Deeskalationstechniken im direkten Umgang mit hochangespannten Patienten

Deeskalationsstufe V: Patientenschonende Abwehr- und Fluchttechniken

Deeskalationsstufe VI: Patientenschonende Immobilisations- und Fixierungstechniken

Neben der Vermittlung von theoretischen Grundlagen durch Information und Vortrag, Kleingruppenarbeit und intensives Simulationstraining mit Videoauswertung beinhalten die intensiven mehrtägigen Schulungen praktische Übungen zu Flucht- und Abwehrtechniken sowie patientenschonende Immobilisations- und Fixierungstechniken.

Die Deeskalationstrainer wirken im Arbeitssicherheitssausschuss der Klinik mit und stehen im Einzelfall allen Mitarbeitern beratend zur Seite.

Kontakt
MediClin Klinik an der Lindenhöhe
Tel: 0781/ 91 92-0
Fax: 0781/ 91 92-100
E-Mail senden
Link
http://www.klinik-lindenhoehe.de/desktopdefault.aspx/tabid-1008/1133_read-3519/print-1/